Das Projekt WalnussWert

Gemeinsam mit fünf Projektpartnern arbeitet die FÖL in diesem Projekt am Auf- und Ausbau einer regionalen Wertschöpfungskette für Walnüsse in Brandenburg

Ausgangssituation

Der Verzehr von Walnüssen hat in Deutschland eine lange Tradition. Die Walnuss ist ernährungsphysiologisch besonders wertvoll und liefert außerdem eine wissenschaftlich fundierte Antwort auf globale Herausforderungen wie Klimawandel und Ressourcenknappheit.

Gesellschaftlich wird zunehmend Wert auf eine regionale Herkunft der Lebensmittel gelegt, jedoch wird der überwiegende Teil der in Deutschland verzehrten Walnüsse importiert. Die Menge der von Deutschland importierten Walnüsse hat sich im Zeitraum von 2014 (20.000 t) bis 2024 (45.000 t) mehr als verdoppelt. Die Nachfrage ist erheblich gestiegen, jedoch betrug die heimische Erntemenge im Jahr 2024 lediglich etwa 3000 Tonnen. Hier besteht ein erhebliches Entwicklungspotenzial. Durch die klimatischen Veränderungen bietet Brandenburg hervorragende Standortbedingungen für den Walnussanbau.

Trotz des großen Potenzials ist der Anbau von Walnüssen mit spezifischen Herausforderungen verbunden, die insbesondere für landwirtschaftliche Betriebe eine hohe Einstiegshürde darstellen. Außerdem müssen Walnüsse nach der Ernte aufwendig gewaschen, getrocknet und sachgerecht gelagert werden, um Qualitätseinbußen und Verderb zu vermeiden. Diese Arbeitsschritte erfordern geeignete Flächen, technische Ausstattung sowie Fachwissen und sind auf Betriebsebene häufig nicht vorhanden.

Ein weiteres mittelfristiges Hemmnis sind fehlende oder unzureichende Lager-möglichkeiten, die eine Vermarktung über einen längeren Zeitraum ermöglichen. Zwar gibt es in Brandenburg bereits Verarbeitungsstrukturen für Walnüsse, insgesamt fehlt es jedoch auch an regionalen Rohstoffmengen und damit an Wettbewerbsfähigkeit.

Insgesamt bestehen erhebliche Unsicherheiten für landwirtschaftliche Betriebe, die den Walnussanbau konkret umsetzen möchten – von der Pflanzung über die Pflege bis hin zur Ernte, Aufbereitung, Verarbeitung und Vermarktung. Um das vorhandene Wissen wirksam nutzbar zu machen und bestehende Hemmnisse abzubauen, bedarf es gezielter praxisnaher Ansätze und Marktperspektiven.

Zielsetzung des Projekts

Im Rahmen des Projekts wird die gesamte Wertschöpfungskette (WSK) Walnuss in Brandenburg systematisch auf- und ausgebaut.

Folgende Ziele sollen in diesem Vorhaben realisiert werden:

  • Aufbau tragfähiger Kooperationen entlang der gesamten WSK, von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Vermarktung.
  • Schaffung von Rahmenbedingungen, um die Hemmnisse für den Walnussanbau in Brandenburg abzubauen sowie Identifizierung von Akteurinnen und Akteure, die in den Walnussanbau einsteigen bzw. diesen ausbauen wollen.
  • Ausbau der Kapazitäten der Nachernteprozesse sowie Erhöhung der Auslastung der vorhandenen Knackmaschine in der Region.
  • Weiterentwicklung vorhandener Vermarktungsstrategien, damit die bisher in Brandenburg verarbeiteten Walnüsse ihren Weg in den regionalen Lebensmittelhandel finden.

Projektpartner

  • FÖL e. V. (Leadpartner)
  • Walnussmeisterei /Vivian Böllersen
  • Biohof Kepos
  • Beerfelder Hof
  • UMBio
  • nah&pur